Die Pulswellenanalyse (PWA)

Dieses Diagnose-Instrument können wir seit neuestem auch in unserer Praxis anbieten.


Die Pulswellenanalyse ist eine einfache Methode, um die Schädigung oder Gesundheit des arteriellen Gefäßsystems zu erfassen. Die Messung erfolgt wie eine herkömmliche Blutdruckmessung mit einem speziellen Blutdruckmessgerät (Mobil-O-Graph NG®, Fa. I.E.M.) mit der am Oberarm angelegten Blutdruckmanschette. Aus 10 gemessenen Pulswellen wird eine gefilterte, mittlere Pulswelle bestimmt und daraus die zentrale aortale Pulswelle berechnet.


Die arterielle Gefäßsteifigkeit wird mit der aortalen Pulswellengeschwindigkeit (PWV), Messeinheit m/s, quantifiziert. Sie ist ein unabhängiger und eigenständiger ?Biomarker" der Gefäßgesundheit und prognostisch für das kardiovaskuläre Risiko bedeutsam. Sie hat mehr Aussagekraft, als die Blutdruckmessung alleine. Form und Geschwindigkeit der Pulswelle hängen maßgeblich von der Gefäßsteifigkeit ab. Je steifer die Aorta, umso höher die PWV. So kann durch die individuelle Risikoklassifizierung und Kenntnisse der Hämodynamik eine personalisierte Therapie eingeleitet werden.


Im Januar 2015 wurden erstmals Normwerte für Kinder und Jugendliche veröffentlicht (1). Die DeGAG (Deutsche Gesellschaft für arterielle Gefäßsteifigkeit) und die europäischen Fachgesellschaften ARTERY (Association for Research into Arterial Structure and Physiology) und ESH (European Society of Hypertension) zur Abklärung und Behandlung des Bluthochdrucks empfehlen diese Messung (2).


Mit der Pulswellenanalyse werden also wichtige Erkenntnisse gewonnen im Hinblick auf folgende Aspekte:


Liegt wirklich eine krankhafte Blutdruckerhöhung vor?

Welche Medikamente sind für die optimale Therapie am besten geeignet?

Verbessert sich die Gefäßsteifigkeit im Verlauf der Behandlung und was ergeben sich daraus für Erkenntnisse zur Prognose?


Literatur:


Percentiles for central blood pressure and pulse wave velocity in children and adolescents recorded with an oscillometric device: Julia Elmenhorst, Martin Hulpke-Wette, Christiane Barta, Robert Dalla Pozza, Stephan Springer, Renate Oberhoffer in Atherosclerosis 238 (2015) 9e16)


2013 ESH/ESC Guidelines for the Management of Arterial Hypertension; The Task Force for the Management of Arterial Hypertension of the European Society of Hypertension (ESH) and of the European Society of Cardiology (ESC); Giuseppe Mancia et al.; European Heart Journal doi:10.1093/eurheartj/eht151 ?