Gelegentlich werde ich in der Sprechstunde gefragt, ob das
gefährlich sei, wenn man Herzrhythmusstörungen habe.
Diese Frage ist nicht zu beantworten, denn es kommt hier ganz
besonders darauf an, um welche der vielen verschiedenen
Möglichkeiten von angeborenen oder erworbenen Herzrhyth-
musstörungen es sich handelt.

Dabei ist es wie in vielen anderen Bereichen der Medizin auch bei diesem Thema so: die gefährlichen, behandlungsbedürftigen und ausnahmsweise lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen sind selten. Häufig dagegen sind eben harmlose, gutartige, nicht behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen.

Das Spektrum der Herzrhythmusstörungen reicht von einzelnen, vorzeitig auftretenden elektrischen Aktionen, sogenannten Extrasystolen (vergleichbar mit Fehlzündungen eines Motors) aus dem Vorhof- oder Kammerbereich, über angeborene, langsame Rhythmusstörungen, die ausnahmsweise sogar schon im Neugeborenenalter eine Herzschrittmacher-
therapie erfordern (siehe Bild 1), bis hin zu extrem schnellen Rhythmusstörungen (Herzrasen), die zum plötzlichen Herztod führen können.

Die Elektrophysiologie ist ein Spezialgebiet zur Untersuchung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen innerhalb der Kardiologie. Die Aufgabe der Elektrophysiologie besteht darin, Herzrhythmusstörungen (insbesondere Herzrasen, sogenannte Tachkarde Herzrhythmusstörungen) bei einer Herzkatheter-
untersuchung mit Hilfe von Elektrodenkathetern zu diagnosti-
zieren (sogenannte Elektrophysiologische Untersuchung, kurz EPU). In den meisten Fällen kann der Ursprungsort für wiederholtes Herzrasen in der gleichen Untersuchung verödet werden (sogenannte Katheterablation).

Sowohl die Elektrophysiologische Untersuchung als auch die Katheterablation werden in örtlicher Betäubung vorgenommen, im Kindesalter wird die Untersuchung meist in einer sanften Vollnarkose durchgeführt.

Die EPU kann bei Kindern und Jugendlichen nur in wenigen, sehr spezialisierten Zentren in Deutschland durchgeführt werden, beispielsweise hier:

Ein-Kammer-Schrittmacher bei einem 3 Tage alten Neugeborenen mit einem Körpergewicht von 2000 g und kongenitalem AV-Block 3. Grades.

Bild 1: Ein-Kammer-Schrittmacher bei einem 3 Tage alten Neugeborenen mit einem Körpergewicht von 2000 g und kongenitalem AV-Block 3. Grades. Informationsbroschüre Herzrhytmusstörungen im Kindesalter

Die Informationsbroschüre
Herzrhytmusstörungen im Kindesalter können Sie direkt bei der Deutschen Herzstiftung e. V. kostenlos bestellen.

Informationsbroschüre Herzrasen bei Kindern und Jugendlichen

Die Informationsbroschüre
Herzrasen bei Kindern und Jugendlichen können Sie direkt bei der Deutschen Herzstiftung e. V. kostenlos bestellen.