Die Herzkatheteruntersuchung ist eine minimalinvasive Untersuchung des Herzens über einen Katheter, der über venöse oder arterielle Blutgefäße in der Leistenbeuge, der Ellenbeuge oder am Hals eingeführt wird. Je nach Unter-
suchungsziel werden unterschiedliche Punkte im Herzen bzw.
in den Lungengefäßen, fehlgebildeten Gefäßen oder den Herzkranzgefäßen angesteuert. Die Lage des Zielpunktes bestimmt auch die Wahl des Zugangs, man spricht vom Rechtsherzkatheter, wenn der Bereich der rechten Herzkammer untersucht werden soll, entsprechend vom Linksherzkatheter bei der Untersuchung der linken Herzkammer. In der Kinderkardiologie wird meist ein kombinierter Rechts-/Linksherzkatheter durchgeführt.

Die Möglichkeiten, durch Ballonkatheter verengte Gefäße oder Herzklappen aufzuweiten bzw. durch spezielle Systeme Scheidewanddefekte oder krankhaft offene Gefäßverbindungen zu verschließen, haben in den letzten 15 Jahren die Arbeit im Herzkatheter-Saal revolutioniert und teilweise völlig neue Dimensionen der Behandlung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern eröffnet.

Eine rein diagnostische Herzkatheteruntersuchung ist dagegen wegen der verbesserten diagnostischen Möglichkeiten durch
den Ultraschall und andere bildgebende Verfahren (Kernspin-
tomographie, Computertomographie) heute kaum noch erforderlich.

Herzkatheteruntersuchung

Dr. Irtel von Brenndorff während
einer diagnostischen Herzkatheter-
untersuchung bei einem Säugling
im Jahr 1996.