Herzrhythmusstörungen kommen u. a. nach korrigierenden
Operationen angeborener Herzfehler gehäuft vor, treten aber
auch im Zusammenhang mit Entzündungen der Herzklappen
(Endokarditis), des Herzmuskels (Myokarditis) oder der
das Herz umschließenden Hülle auf (Perikard; Perikarditis).

Eine meist durch eine Virusinfektion verursachte Myokarditis/
Perimyokarditis kann ausheilen oder mündet in einer mehr oder
weniger schwerwiegenden Dilatativen Kardiomyopathie
(Herzmuskelerkrankung). Eine solche Kardiomyopathie kann
auch im Kindes- und Jugendalter zum Pumpversagen des
Herzens führen. In dieser Situation ist allein die Herz-
transplantation
eine mögliche lebenserhaltende Therapie.

Das Kawasaki-Syndrom ist eine im Kindesalter auftretende,
akute, hochfieberhafte Erkrankung, die durch eine das Gewebe
zerstörende Entzündung der kleinen und mittleren Arterien
gekennzeichnet ist. Am Herzen ist eine Beteiligung der Herz-
kranzgefäße (Koronararterien) gefürchtet. Zusätzlich ist eine
Entzündung in vielen Organen vorhanden. Die Ursache ist
unbekannt, man vermutet eine Infektion durch einen noch
unbekannten Krankheitserreger, die durch eine genetische
Grundlage begünstigt wird. Das Kawasaki-Syndrom betrifft vor
allem Kleinkinder und ähnelt im anfänglichen Erscheinungsbild
Infektionskrankheiten wie Masern oder Scharlach.

Die bakterielle Endokarditis ist eine Entzündung im Bereich
der Herzklappen sowie der Innenhaut des Herzens oder der
herznahen großen Arterien. Bei angeborenen Herzfehlern
bestehen in vielen Fällen turbulente Blutströmungen, die
Verletzungen der Klappenoberfläche oder der Herz- und
Gefäßinnenhaut hervorrufen. Auf diesen Bezirken entwickeln
sich Auflagerungen, an die sich bestimmte Bakterien anheften
können (siehe Abbildung). Dringen solche Bakterien in hoher
Keimzahl in die Blutbahn ein, entsteht dort eine so genannte
bakterielle Vegetation, d. h. ein von Bakterien und Entzündungs-
zellen durchsetztes Blutgerinnsel (Thrombus), das einem Eiter-
herd in der Blutbahn gleichkommt. Bei den Bakterien handelt es
sich in fast der Hälfte der Fälle um die als Mitbewohner des
Mund- und Rachenraums vorkommenden, vergrünend wachsen-
den, d. h. (alpha-hämolysierenden) Streptokokken.

Die klinischen Symptome der Erkrankung sind bei vielen
Erregern, speziell den vergrünend wachsenden Streptokokken,
in der Anfangsphase oft sehr unspezifisch: z. B. Leistungsabfall
und Appetitlosigkeit. Ausnahmslos besteht Fieber, das allerdings
außer bei der durch Staphylokokken verursachten Endokarditis
vielfach nicht sehr hoch ist oder nur vorübergehend auftritt.
Es besteht die Gefahr, dass die Symptome fehlgedeutet werden
und zunächst ein „banaler“ Infekt angenommen wird.
Verordnungen von Antibiotika bei banalen Infekten, die ja in der
Regel durch Viren ausgelöst werden, sollten vermieden werden,
da dies im Falle einer Endokarditis zu einer Verschleierung des
Krankheitsbildes und Verzögerung der Diagnosestellung
beiträgt.
Der Kinderarzt fahndet bei Kindern mit angeborenem
Herzfehler vielmehr stets äußerst sorgfältig nach der Ursache
des Fiebers.

Informationsbroschüre Herzrhytmusstörungen im Kindesalter

Die Informationsbroschüre
Herzrhytmusstörungen im Kindesalter können Sie direkt bei der Deutschen Herzstiftung e. V. kostenlos bestellen.

Das Kawasaki-Syndrom - eine Übersicht (PDF 30 KB)

Das Kawasaki-Syndrom - eine Übersicht (PDF 30 KB)

Die bakterielle Endorkarditis im Kinder- und Jugendalter

Die Informationsbroschüre
Die bakterielle Endorkarditis im Kinder- und Jugendalter können Sie direkt bei der Deutschen Herzstiftung e. V. kostenlos bestellen.